Kardinal Danneels rechtfertigt sich

Mi 01/09/2010 - 14:17 Der frühere Primas der Katholischen Kirche Belgiens, Kardinal Godfried Danneels, nutzte sein Antwortrecht und reagierte in der Tageszeitung De Standaard auf dort veröffentlichte Gesprächs-Aufzeichnungen im Zusammenhang mit dem sexuellem Missbrauch eines Mannes durch den zurückgetretenen Bischof von Brügge.

Am vergangenen Wochenende veröffentlichte die flämische Tageszeitung De Standaard die Aufzeichnungen eines Gesprächs zwischen dem Oper von sexuellem Missbrauch durch den früheren Bischof von Brügge, Roger Vagheluwe, und Kardinal Danneels.

Dabei wurde deutlich, dass Danneels seinerzeit versuchte, das zum Zeitpunkt des Missbrauchs jugendliche Opfer des Bischofs davon abzuhalten, an die Öffentlichkeit zu gehen. Der Mann, ein Neffe des damaligen Bischofs, verlangte ganz einfach nur dessen Rücktritt und zeichnete das Gespräch mit Danneels auf.

Belga

Er veröffentlichte diese Aufnahmen letztendlich in den Medien als Gegenbeweis, nach dem ihm vorgeworfen wurde, er habe Schweigegeld von der Kirche verlangt.

Nun reagiert Fernand Keuleneer, der Anwalt von Kardinal Godfried Danneels, in De Standaard auf die Publikation der Gesprächsaufnahmen und stellt fest, dass seinem Mandanten juristisch nichts vorgeworden werden könne. Auch moralisch habe er korrekt gehandelt. Schließlich habe er versucht, zwischen Bischof Vangheluwe, seinem Opfer und dessen Familie zu vermitteln. Dies habe Danneels nicht tun müssen, so der Text des am Mittwoch in De Standaard veröffentlichten Antwortrechts.

Der Anwalt von Godfried Danneels äußert auch Bedenken über die Veröffentlichung der Gesprächsaufzeichnungen, denn es könne nicht sein, dass ein Opfer auf diesem Wege von einem Vorwurf gesäubert werden könne, während der Ruf eines anderen zerstört werde. Anwalt Keuleneer beschuldigte De Standaard des "Charaktermords" an Danneels.


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